Veröffentlicht am 09.12.2020
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Eine passende Ackerfläche finden

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Beschreibung

Wenn man die Kriterien für Auswahl seiner Fläche kennt, beginnt die gezielte Suche oder die Auswahl einer geeigneten Fläche, wenn man selbst Flächen hat. Es gibt zwei Möglichkeiten bei der Flächensuche vorzugehen. Entweder von der Fläche zum Eigentümer ausgehend oder vom Eigentümer zur Fläche. Für die erste Variante empfiehlt es sich über google maps nach möglichen passenden Flächen zu Suchen und sich einen Überblick zu verschaffen. Wenn man potenziell geeignete Flächen ausgewählt hat, kann man sich damit im nächsten Schritt an die Gemeinde oder die lokalen Landwirte wenden. Für die zweite Variante empfiehlt es sich sich direkt mit dem Anliegen an die lokalen Landwirte oder an die Gemeinde zu wenden und diese über die notwendigen Kriterien zu informieren.

Mit die wichtigste Voraussetzung für den Start eines Gemeinschaftsackers ist eine passende Ackerfläche. Bei der Suche und der Entscheidung für eine geeignete Ackerfläche sind folgende Aspekte zu berücksichtigen:

Standort, Lage und Erreichbarkeit

Bei der Wahl eines Standortes kommt es darauf an, dass eine Fläche gewählt wird, die in der Nähe potenzieller Mitmacher liegt. Beispielsweise in Stadtnähe, angrenzend an einen Stadtteil oder eine größere Ortschaft. Diese Standorte sind zudem oft leichter zu bekommen, da sie für die Landwirtschaft oftmals aufgrund ihrer Nähe zu den Häusern wegen Lärm, Pflanzenschutz, Zuschnitt und Wendemöglichkeit ungünstig und somit kein großer Verlust sind. Für Gemeinschaftsäcker sind dagegen genau solche Flächen von Vorteil, da sie für die Anwohner gut erreichbar sind. Zudem sind sie durch die Nähe zu den Häusern gut unter Beobachtung, was sich als sehr hilfreich erwiesen hat. Daneben ist eine freie Fläche zu bevorzugen, da eine Eingrenzung durch eine Hecke zwar Schutz und eine schöne Atmosphäre bietet, sie aber u.a. die nutzbare Anbaufläche reduziert und man den Acker nicht gut einsehen kann. Perfekt ist eine gute Anbindung an den ÖPNV und Parkmöglichkeiten in der Nähe, da zur Pflanzzeit das ein oder andere Mal auch das Auto benötigt wird.

Größe der Fläche und Anzahl der Mitmacher

Für die Ackerfläche empfiehlt sich eine Größe von etwa 3000 - 7000m², je nachdem welche Module des Konzepts integriert sind. Siehe Module des Konzepts. Je nachdem ob der Gemeinschaftsacker die Personalkosten tragen muss oder ob er als Hobby oder gefördert betrieben wird unterscheidet sich die notwendige Größe. Wird der Gemeinschaftsacker als Hobby oder gefördert betrieben, kann eine Fläche ab 3000 m² genommen werden wenn die günstige Version der Ausstattung gewählt wird. Bei der Vollversion werden 5000 m² benötigt. Muss der Gemeinschaftsacker in der Vollversion die Personalkosten tragen, dann wird eine Größe von 7000 m² benötigt, damit genügend Feldstücke auf der Fläche untergebracht werden können. Ansonsten reichen für die günstige Version auch 5000 m² Fläche. Daneben hängt die Größe auch davon ab ob es einen Blühstreifen und Gemeinschaftsbeete geben soll. Bei einer Größenordnung von 5000 bis 7000 m² haben 24 bis 34 100 m² Feldstücke Platz, was sich auch für das Gemeinschaftsgefühl als sinnvoll gezeigt hat. Größere Flächen sind nicht zu empfehlen, da die Anzahl der Mitmacher zu groß wäre. Denn bei zwei bis sechs Mitmachern pro 100 m² Feldstück sind es dann zwischen 100 und 200 Mitmachern auf dem Gemeinschaftsacker.

Maße und Ausrichtung

Bei den Maßen der Ackerfläche ist zu beachten, dass idealerweise mindestens drei Feldstücke abzüglich der Wege und Ränder in jede Richtung nebeneinander untergebracht werden können. Minimum wären zwei Feldstücke nebeneinander. Ebenfalls berücksichtigt werden sollte dabei, wie breit die Randstreifen sein sollen, ob beispielsweise ein Blühstreifen geplant ist oder ein bestimmter Abstand zu einer Straße oder einem Nachbar Acker eingehalten werden sollte. Zudem ist die Atmosphäre auf einer Fläche, die nicht zu sehr langgezogen ist eine gemeinschaftlichere Atmosphäre. Für eine Einschätzung der Fläche was die exakten Maße und die genaue Größe betrifft ist ein frühzeitiger Flächen Besuch dringend zu empfehlen und einer ausschließlich virtuellen Beurteilung vorzuziehen.

Atmosphäre

Bei der Entscheidung für oder gegen eine Ackerfläche ist die dortige Atmosphäre nicht zu vergessen. Denn eine schöne Aussicht und eine schöne Lage ist mitentscheidend dafür, ob sich genügend Mitmacher für einen Gemeinschaftsacker finden. Aus diesem Grund gilt es zu beachten, dass nach Möglichkeit keine Hochspannungsleitung über der Fläche verläuft und kein Industriegelände, keine stark befahrene Straße oder eine Zuglinie direkt an die Fläche angrenzt. Damit die Mitmacher weder Lärm, Gestank noch Gefahren ausgesetzt sind. Ebenso sollte die Fläche nicht zu abgelegen oder auf der Rückseite eines Ortes liegen, damit sie einerseits gut erreichbar ist und der Gemeinschaftsacker kein Anhängsel sondern Teil des Ortes ist. Außerdem sollte die Fläche selbst natürlich möglichst schön und nicht vermüllt sein. Nette Nachbarn, die Akzeptanz des Projektes sowie die Form und Ausrichtung machen ebenfalls die Attraktivität einer Fläche aus. Denn auf einer Fläche, die nicht zu sehr langgezogen ist entsteht in der Regel leichter eine gemeinschaftliche Atmosphäre.

Art der Fläche

Als Fläche für einen Gemeinschaftsacker eignet sich besonders eine landwirtschaftlich genutzte Ackerfläche. Sie sind leicht vorzubereiten und können gepachtet werden. Dauergrünland dagegen wie Weiden etc. dürfen nicht einfach umgebrochen werden und sind aus diesem Grund nicht zu empfehlen und oft auch nicht möglich. Zudem sollte keine Fläche gewählt werden auf der zuvor beispielsweise ein starker Bewuchs von Brombeeren war, denn eine solche Fläche zu roden und solche Pflanzen dauerhaft zu entfernen ist äußerst schwierig. Gartengrundstücke sind meisten zu klein oder aus anderen Gründen ungeeignet. Größere Gartengrundstücke können aber evtl. interessant sein, wenn man eine Fläche kaufen möchte. In bergigen Gebieten kann auch ein Hanggrundstück gewählt werden, hier ist dann jedoch die Ausrichtung der Beete zu beachten, die immer wie kleine Terrassen parallel zum Hang liegen müssen damit das Wasser von den Beeten aufgenommen werden kann.

Bodenbeschaffenheit und Wettereinflüsse

Die Fläche sollte sich nicht in einem Überflutungsgebiet befinden oder in einer Senke liegen, wo sich das Wasser sammelt. Zudem empfiehlt es sich eine windgeschützte Fläche zu wählen, auch ist eine solche Fläche nicht so stark anfällig für Frost. Wenn man noch keine Erfahrung im Gemüseanbau hat, empfiehlt es sich zu Beginn eher eine Fläche zu wählen, die keinen sandigen Boden und damit ein besseres Wasserspeichervermögen hat.

Wasseranschluss

Ein Muss für die Fläche ist ein vorhandener Zugang zu Gießwasser. Bei Ackerflächen bieten sich hier in der Regel zwei Möglichkeiten. Entweder ein Zugang zur Stadtwasserleitung über einen Hydranten in unmittelbarer Nähe zur Ackerfläche mit einem Standrohr mit eingebautem Zähler. Oder einem Zugang zum Wasseranschluss eines Nachbargrundstückes, wie beispielsweise einem Friedhof o.ä., ebenfalls mit eingebautem Zähler. Der Zugang zu einem Hauswasser Anschluss ist nicht zu empfehlen, wegen Herausforderungen bei der Entnahme.

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